Weder Orange noch Mandarine : das ist die Saisonfrucht des März, die mehr Vitamin C enthält

Im März übertrifft eine bestimmte Zitrusfrucht sowohl die Orange als auch die Mandarine deutlich im Vitamin-C-Gehalt und bietet beeindruckende 54 milligramm pro 100 gramm. Überraschenderweise handelt es sich dabei nicht um eine exotische Neuheit, sondern um eine allseits bekannte, aber oft unterschätzte Frucht, die aus einer zufälligen Kreuzung im Garten eines Mönchs entstand. Wie konnte diese süße Vitaminbombe so lange unter dem Radar fliegen und welches Geheimnis verbirgt sich noch in ihrer Schale? Tauchen wir ein in die Welt der wahren Vitamin-C-Königin des Winters.

Das süße geheimnis der Clementine: mehr als nur eine mandarine

Wenn die Tage langsam länger werden, aber die Kälte des Winters noch spürbar ist, sehnt sich der Körper nach Frische und Energie. Hier tritt die Clementine auf den Plan, eine leuchtend orange Kugel, die viel mehr ist als nur eine kleine, süße Zwischenmahlzeit. Sie ist ein wahres Kraftpaket, dessen Vorzüge oft im Schatten ihrer bekannteren Verwandten stehen.

Anna Meier, 34, grafikdesignerin aus Hamburg, beschreibt es treffend: «Jeden winter freue ich mich auf diesen duft. Für mich ist eine schale dieser kleinen sonnenkugeln auf dem tisch der inbegriff von gemütlichkeit und gesundheit. Es ist mein kleiner, süßer energieschub an grauen tagen.» Diese emotionale verbindung teilen viele, ohne die ganze geschichte hinter dieser besonderen Hybridfrucht zu kennen.

Die Clementine ist das ergebnis eines glücklichen zufalls der natur. Ihre Existenz verdanken wir nicht jahrtausendealter Züchtung, sondern einer spontanen Laune der Botanik, die eine perfekte Balance aus Süße, Saftigkeit und gesundheitlichen Vorteilen geschaffen hat.

Eine junge geschichte: die zufällige entdeckung

Anders als die Mandarine, die seit Jahrtausenden in China kultiviert wird, ist die Geschichte der Clementine erstaunlich jung. Sie wurde erst Anfang des 20. jahrhunderts in Algerien entdeckt, und zwar im Garten des Paters Pierre Clément, dem sie auch ihren Namen verdankt. Es handelt sich um eine Kreuzung aus einer Mandarine und einer Bitterorange.

Diese Herkunft als Tochter von Mandarine und Bitterorange erklärt ihr einzigartiges Geschmacksprofil: die intensive Süße der Mandarine, kombiniert mit einer dezenten, komplexen Aromanote der Bitterorange, jedoch ohne deren Bitterkeit. Diese zufällige Entstehung macht die Clementine zu einem faszinierenden Beispiel dafür, wie die Natur die besten Eigenschaften verschiedener Arten vereinen kann.

Clementine vs. mandarine: der nährwert-check

Auf den ersten Blick sind sie kaum zu unterscheiden, doch unter der Schale verbergen sich deutliche Unterschiede, die für gesundheitsbewusste Genießer entscheidend sein können. Während beide Zitrusfrüchte wertvolle Nährstoffe liefern, hat die Clementine in einer entscheidenden Kategorie die Nase vorn.

Der direkte Vergleich zeigt, warum die jüngere Schwester der Mandarine oft die bessere Wahl für alle ist, die ihr Immunsystem gezielt unterstützen möchten. Es ist ein Duell, bei dem die süße Zitrusperle als klare Siegerin hervorgeht.

Vitamin C: die klare siegerin

Der wohl beeindruckendste Vorteil der Clementine ist ihr hoher Vitamin-C-Gehalt. Mit rund 54 milligramm pro 100 gramm deklassiert sie die Mandarine, die im Vergleich nur auf etwa 30 milligramm kommt. Das bedeutet, dass schon zwei bis drei Clementinen einen großen Teil des täglichen Bedarfs eines Erwachsenen decken können.

Dieser hohe Gehalt macht die Frucht zu einem echten Immun-Booster, ideal für die Übergangszeit zum Frühling, in der das Immunsystem oft besonders gefordert ist. Auch beim Gehalt an Folsäure, einem wichtigen B-Vitamin, übertrifft diese süße Frucht ihre ältere Verwandte.

Kalzium und selen: ein punkt für die mandarine

Fairerweise muss man sagen, dass die Mandarine in anderen Bereichen punkten kann. Sie weist einen etwas höheren Gehalt an Kalzium und Selen auf, zwei ebenfalls wichtige Mineralstoffe für den Körper. Die Wahl zwischen den beiden Früchten hängt also von den individuellen gesundheitlichen Zielen ab.

Wer jedoch gezielt seine Abwehrkräfte stärken und sich mit einer Extraportion Vitamin C versorgen möchte, für den ist die Clementine die unangefochtene Nummer eins. Dieser kernlose Genuss ist die perfekte Wahl für einen gesunden Snack.

So erkennen sie den unterschied auf den ersten blick

Im Supermarkt liegen sie oft direkt nebeneinander und sorgen für Verwirrung. Doch mit ein paar einfachen Tricks kann jeder sofort erkennen, ob er eine Clementine oder eine Mandarine in den Händen hält. Die Unterschiede sind deutlicher, als man denkt, und helfen bei der perfekten Auswahl für den eigenen Geschmack.

Vom Aussehen der Schale über die Anzahl der Segmente bis hin zur Haltbarkeit gibt es klare Merkmale, die verraten, mit welcher Zitrusfrucht man es zu tun hat. Der folgende Überblick macht die Unterscheidung kinderleicht.

Merkmal Clementine Mandarine
Schale Dicker, aber leicht zu schälen Dünner, oft schwerer zu schälen
Kerne Sehr wenige bis keine Meist zahlreiche Kerne
Segmente Zwischen 8 und 12 Immer genau 9
Geschmack Ausgeprägt süß und saftig Aromatisch mit leichter Säure
Haltbarkeit Bis zu 2 Monate kühl gelagert Nur 1 bis 2 Wochen
Vitamin C pro 100g ca. 54 mg ca. 30 mg

Der schäl- und geschmackstest

Ein entscheidender Vorteil der Clementine im Alltag ist ihre Schale. Sie ist zwar etwas dicker als die der Mandarine, lässt sich aber spielend leicht und meist in einem Stück entfernen. Das macht sie zum idealen, unkomplizierten Snack für unterwegs oder für Kinder.

Geschmacklich überzeugt die Clementine mit ihrer intensiven, reinen Süße, während die Mandarine ein komplexeres, oft leicht säuerliches Aroma mitbringt. Wer es also unkompliziert und süß mag, greift zur Clementine. Liebhaber eines herberen, aromatischeren Geschmacks bevorzugen vielleicht die traditionelle Mandarine.

Warum sie das weiße unbedingt mitessen sollten

Viele Menschen entfernen sorgfältig die weißen Fäden zwischen Schale und Fruchtfleisch. Doch genau hier verbirgt sich ein wertvoller Schatz an Nährstoffen, den man nicht verschwenden sollte. Dieses unscheinbare Gewebe, das Mesokarp, enthält besonders viel von einem sekundären Pflanzenstoff namens Nobiletin.

Forschungen der University of Western Ontario in Kanada haben gezeigt, dass Nobiletin die Ansammlung von Fett in der Leber hemmen kann. Zudem unterstützt es Prozesse im Körper, die an der Verbrennung von überschüssigem Fett beteiligt sind. Wer also das Beste aus der Clementine herausholen will, sollte die weißen Fasern einfach mitessen.

Ein kleiner aufwand für große sicherheit

Auch wenn man nur das Innere der Frucht isst, ist ein wichtiger Schritt vor dem Genuss unerlässlich: das Waschen. Zitrusfrüchte werden beim Anbau häufig mit Pestiziden behandelt, die auf der Schale haften bleiben.

Beim Schälen können diese Substanzen leicht von den Händen auf das saftige Fruchtfleisch übertragen werden. Ein kurzes, gründliches Waschen der Clementine mit warmem Wasser vor dem Schälen ist daher ein kleiner, aber wichtiger Beitrag zur eigenen Gesundheit und sorgt für unbeschwerten Genuss dieser wunderbaren Saisonfrucht.

Ist die Clementine nur eine kernlose Mandarine?

Nein, sie ist eine eigenständige Zitrusfrucht, eine Kreuzung aus Mandarine und Bitterorange. Ihre Kernlosigkeit ist ein typisches Merkmal, aber nicht der einzige Unterschied in Geschmack, Schale und Nährwert.

Wann hat die Clementine Saison?

Die Hauptsaison für Clementinen aus dem Mittelmeerraum erstreckt sich von November bis in den März hinein, was sie zur perfekten Frucht für die kalte Jahreszeit und das frühe Frühjahr macht.

Kann ich mit Clementinen abnehmen?

Clementinen sind kalorienarm und enthalten den Pflanzenstoff Nobiletin, der den Fettstoffwechsel unterstützen kann. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung können sie definitiv ein gesunder und hilfreicher Snack sein.

Was ist eine Satsuma?

Eine Satsuma ist eine weitere Verwandte in der Mandarinenfamilie. Sie ist eine Kreuzung aus Mandarine und Orange, stammt ursprünglich aus Japan, ist kernlos und hat oft eine leicht abgeflachte, gelblichere Form.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen